
Die Demokratische Partei Kosovos des ehemaligen Untergrundkämpfers Hashim Thaci hat die Wahlen in der nach Unabhängigkeit strebenden südserbischen Provinz gewonnen. Nach ersten Ergebnissen soll seine Partei rund 35% der Stimmen bekommen haben. Nicht einmal jeder zweite Wahlberechtugte nahm an der Abstimmung teil. Die Kosovo-Serben boykottierten die Wahlen geschlossen. Er wolle nun binnen weniger Wochen die Unabhängigkeit des Kosovo ausrufen, sagte er nach den Wahlen vor jubelnden Anhängern in der Kososvo-Hauptstadt Pristina. Dies solle unmittelbar nach dem Ende der aktuellen internationalen Kosovo-Gespräche am 10. Dezember geschehen.
Der 39-jährige Thaci war 1989 Mitorganisator der albanischen Studentenproteste. Anfang der 90er nahm er an radikalen Studentengruppen teil, die sich für ein Groß-Albanien einsetzten. Im Schweizer Exil wurde er Führungsmitglied der albanischen Untergrundorganisation UCK. Er kümmerte sich um den Schmuggel von Waffen in die südserbische Provinz und die Finanzierung und Ausbildung von Untergrund-Kämpfern.
Von 1993 bis 1996 überfielen die albanischen Extremisten jugoslawische Polizeieinheiten und Armeekasernen. 1997 verurteilte Thaci ein Gericht in Pristina wegen terroristischer Anschläge in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft. Der Albanerführer ist in Serbien nach wie vor zur Fahndung ausgeschrieben. Konkret wurden Thaci mehrere terroristische Anschläge in der Region Glogovac vorgeworfen. 1993 soll er ein Polizeifahrzeug beschossen haben. Dabei starben zwei serbische Polizisten. 1996 soll Thaci den serbischen Polizisten Predrag Djordjevic bei Kosovska Mitrovica ermordet haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, wenig später eine serbische Kaserne in Vucitrn mit Handgranaten beworfen zu haben.
1998 stieg Thaci zum Kommandeur und politischen Führer der UCK auf. Er führte die Albaner bei den Kosovo-Verhandlungen im französischen Rambouillet im Frühjahr 1999, die scheiterten und zum Angriff der NATO auf Jugoslawien führten. Nach Kriegsende beteiligte sich Thaci als Parteichef der neugegründeten Demokratischen Partei Kosovos am politischen Prozess der nun unter UN-Verwaltung stehenden Provinz.
Thaci werden immer wieder enge Verbindungen zur organisierten Kriminalität vorgeworfen, gerichtsverwertbare Beweise gab es bislang aber nicht. Politische Rückendeckung erhielt er stets von den USA. Insbesondere die ehemalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright erfreute sich eines engen persönlichen Verhältnisses zu Thaci.
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